Kopf und Körper

Nach der Trennung schläft der eine vierzehn Stunden, der andere drei

Liebeskummer zeigt sich nicht bei allen gleich.

Der eine schläft plötzlich vierzehn Stunden am Tag. Der Wecker klingelt, die ersten Gedanken sind sofort da, und die Hand drückt Snooze. Drei, vier Mal, manchmal zehn Mal, jedes Mal für ein paar Minuten weg von den Gedanken und Gefühlen.

Der andere liegt um drei Uhr nachts wach und klickt sich durch die Netflix-Mediathek. Eine Serie, abgebrochen nach zehn Minuten. Die nächste, diesmal schon nach fünf Minuten abgebrochen. Am Ende läuft irgendwas, das man schon tausend Mal gesehen hat. Stunden vergehen, ohne dass irgendwas davon wirklich hängenbleibt. Bis der Körper irgendwann vor Erschöpfung aufgibt und immerhin für kurze drei Stunden einschläft.

Der eine schläft. Der andere starrt auf einen Bildschirm. Beides ist Flucht, nur in verschiedene Richtungen.

Trink ein Glas Wasser.