Leere und Sehnsucht

Nach der Trennung vermisst du auch die gemeinsame Zukunft

Nach der Trennung vermisst du auch die gemeinsame Zukunft

Du vermisst mehr als den Menschen. Das wäre einfacher.

Du vermisst die größere Wohnung, die ihr nächstes Jahr gesucht hättet. Zwei Anzeigen davon liegen wahrscheinlich immer noch in einem offenen Tab. Das gemeinsame Kind, über das ihr schon geredet habt, bis hin zu zwei Namen, bei denen ihr euch einig wart. Den Hund, den nur einer von euch wollte und der andere irgendwann auch.

Das war dein Plan. Kein Wunsch, keine Hoffnung. Ein Plan. Und der ist weg.

Das Bittere daran ist, dass für diesen Teil niemand Verständnis hat. Wenn ein Mensch geht, sehen das alle. Wenn ein Leben verschwindet, das nur in zwei Köpfen existiert hat, sieht das niemand. Du kannst es nicht einmal gut erzählen. Man sitzt bei Freunden und sagt, ich vermisse die Wohnung, die wir nie hatten, und merkt beim Sprechen, wie merkwürdig das klingt.

Deshalb trauerst du bei diesem Teil meistens allein. Und deshalb dauert er auch am längsten. Die Erinnerung an eine Person verblasst mit der Zeit von selbst. Ein Plan verblasst erst, wenn du langsam anfängst, dir einen anderen vorzustellen.

Deshalb fühlt sich eine Trennung oft so viel größer an, als irgendjemand von außen versteht. Weil die anderen sehen, dass du jemanden vermisst. Aber du vermisst eine Welt, die nur in deinem Kopf existiert hat und trotzdem absolut real war.

Trink ein Glas Wasser.

Nach der Trennung

14 Tage. Jeden Morgen ein Audio. Der Wellenbrecher, kostenfrei.