Leere und Sehnsucht

Die Phase nach der Trennung, über die niemand redet

Die ersten Wochen hast du irgendwie überlebt. Du hast funktioniert. Und eigentlich dachtest du, ab jetzt wird es endlich leichter.

Und dann trifft es dich völlig aus dem Nichts. Du fährst Auto oder machst dir einen Kaffee, und auf einmal kommen die Tränen. Einfach so. Ohne Auslöser. Du spürst plötzlich eine extreme Wut auf dich selbst, oft, weil du in der Vergangenheit so oft geschwiegen hast, wenn du eigentlich für dich hättest einstehen müssen. Du schläfst schlechter als ganz am Anfang, weil sich diese neue, leere Ruhe völlig fremd anfühlt.

Dein Umfeld atmet oft schon auf und erwartet, dass du jetzt wieder voll da bist. Aber du stehst da und merkst, ich bin diese Person gar nicht mehr. Ich weiß überhaupt nicht mehr, wer ich eigentlich bin.

Niemand warnt dich vor diesem Moment. Deshalb denkst du vielleicht, du machst gerade alles falsch.

Dabei endet hier einfach nur dein Autopilot. Die Betäubung der ersten Zeit lässt nach. Dein Körper fängt jetzt erst an, das alles ungefiltert zu verarbeiten. Das fühlt sich an wie ein Einbruch. Und es ist die ehrlichste Phase deines ganzen Weges.

Du bist exakt da, wo du sein musst, um diese alte Version von dir hinter dir zu lassen.

Trink ein Glas Wasser.