Getrennt im Alltag

Warum Sonntag der schwerste Tag nach der Trennung ist

Warum Sonntag der schwerste Tag nach der Trennung ist

Liebeskummer ist unter der Woche machbar und sonntags am schwersten.

Montag bis Freitag trägt dich der Kalender. Termine, Arbeit, Verpflichtungen. Der Tag hat eine Form, und die Form hält dich. Du musst nicht entscheiden, was du als Nächstes machst, das steht schon fest.

Samstag trägt dich der Einkauf, der Sport, die Wäsche, irgendwas. Auch das ist noch Form.

Und dann kommt Sonntagnachmittag, kurz nach drei. Kein Termin, kein Plan, nur Zeit. Der Einkauf ist erledigt, für was Größeres ist es zu spät, und bis zum Abend liegen noch vier Stunden.

Dazu kommt, dass genau diese Stunden bei den meisten Paaren die gemeinsamen waren. Der Sonntag war der einzige Tag, an dem beide gleichzeitig nichts vorhatten. Das lange Frühstück, der Spaziergang, das gemeinsame Nichtstun auf dem Sofa. Der Tag hatte seine Form nicht vom Kalender, sondern von der anderen Person.

Deshalb trifft es dich sonntags härter, ohne dass sich sonst irgendwas geändert hätte. Es ist der einzige Nachmittag der Woche, an dem nichts von außen die Lücke zudeckt.

Was in dieser Zeit hilft, ist eine einzige feste Sache um diese Uhrzeit, die dir allein gehört. Nicht ein vollgepackter Sonntag, das hält keine drei Wochen. Eine Sache. Immer dieselbe, immer um dieselbe Zeit.

Sonntage muss man nach einer Trennung komplett neu lernen.

Trink ein Glas Wasser.