Getrennt im Alltag

Nach der Trennung kaufst du noch das Essen des Ex

Man steht an der Kasse und sieht die scharfe Salami, die man selbst nie isst. Und einem kommen die Tränen. Einfach so, vor der Kassiererin. Die guckt einen verwundert an, wegen einer Salami.

Es ist selten die Salami allein. Es sind zwei Joghurts statt einem. Die große Packung Nudeln, obwohl die halbe reicht. Der Gang mit den Zahnbürsten, an dem du automatisch langsamer wirst.

Die Hand hat einfach gemacht, was sie seit Jahren macht. Gleiches Regal, gleicher Griff. Kein Gedanke war dabei, nur Gewohnheit.

Dass es ausgerechnet im Supermarkt passiert, hat einen simplen Grund. Der Einkauf ist der Teil deines Alltags, über den du am wenigsten nachdenkst. Du gehst dieselbe Runde in derselben Reihenfolge, seit Jahren. Genau deshalb bist du dort ungeschützt. Zu Hause weißt du, dass du allein bist, da bist du vorbereitet. Zwischen Kühlregal und Kasse rechnet niemand mit irgendwas.

Der Kopf weiß seit dem einen Gespräch, dass es vorbei ist. Die Hand geht trotzdem noch den alten Weg.

Irgendwann ist auch der gewohnte Griff zur Salami weg.

Trink ein Glas Wasser.