Trennung vorbei, aber der Kopf kommt nicht zur Ruhe (Tag 12)

Vier Frauen haben heute an einem Bolzplatz gepicknickt, ihre Kinder haben Fußball gespielt, und keine von ihnen hat gemerkt, dass ich vorbeigehe.
Was mich gerade festhält, findet nur an einem einzigen Ort statt. In meinem Kopf. Draußen ist längst alles weiter. Bei mir ist das heute nicht mehr die Trennung.
Bei mir ist gerade der neue Webauftritt. Seit drei Tagen sitz ich morgens bis abends an der Umstrukturierung, abends dann noch am Schnitt, während der Kopf schon beim nächsten Abschnitt der Seite ist. Der Spaziergang soll eigentlich die eine Pause am Tag sein. Heute war er das nicht ganz, ich hab unterwegs gefilmt und nebenbei über die neue Seite nachgedacht.
Kurz vor dem Bolzplatz sind mir zwei Frauen entgegengekommen. Eine hat laut von ihrer Heimfahrt erzählt, die Straße hoch, die Ampel, wer sie abholt. Sie hat mich erst gesehen, als ich fast neben ihr war, und ist mitten im Satz still geworden. Die Leute am Bolzplatz und die beiden davor, keiner von denen hatte mit mir was zu tun. Genau das war heute der Punkt.
Früher war es das Trennungsgespräch gewesen, das mich festgehalten hat. Wochenlang, während draußen niemand davon wusste. Heute ist es der Webauftritt, der genauso viel Raum einnimmt und genauso wenig mit einem Bolzplatz zu tun hat.
Die vier am Rand kriegen nie mit, was in meinem Kopf gerade läuft. Muss auch nicht.
Trink ein Glas Wasser.