Getrennt im Alltag

Den Ex nach der Trennung zufällig im Supermarkt treffen

Den Ex nach der Trennung zufällig im Supermarkt treffen

Du hörst ihn, bevor du ihn siehst. Zwei Regale weiter lacht jemand, Freitagabend halb acht, und du weißt sofort, wer das ist. Du stehst zwischen Joghurt und Käse und atmest flach.

Er ist gut drauf. Das ist der Teil, der hängen bleibt.

Was dann losgeht, dauert vielleicht vier Sekunden und fühlt sich an wie eine Viertelstunde. Umdrehen. Korb abstellen und raus. Vorbeilaufen, als hättest du ihn nicht gesehen. Alles einmal durch, in einer Geschwindigkeit, in der nichts davon zu Ende gedacht wird, und am Ende machst du keins davon. Du stehst da und hörst zu und achtest darauf, ob da noch eine zweite Stimme dabei ist.

Zehn Sekunden, und der ganze Abend ist gelaufen.

Dein Körper erkennt dieses Lachen schneller, als du denken kannst. Jahrelang hieß es, dass jemand zu Hause ist. Das steckt noch drin und reagiert weiter so, wie es das jahrelang gelernt hat, egal was seitdem passiert ist. Deshalb stehst du still, bevor du überhaupt eine Entscheidung getroffen hast.

Danach kaufst du meistens ganz normal zu Ende ein, zahlst, fährst heim und räumst die Sachen weg. Und sitzt dann abends da und gehst die zehn Sekunden durch. Ob er dich gesehen hat. Wie du gewirkt hast. Was du gesagt hättest, wenn er dich angesprochen hätte.

Das Schlimmste daran ist meistens nicht die Begegnung. Es ist die Frage, warum dich zehn Sekunden zwischen zwei Kühlregalen so umhauen können, wo du doch dachtest, du wärst weiter.

Bist du auch. Das eine hat mit dem anderen wenig zu tun. Wie schnell dein Körper reagiert, sagt nichts darüber, wie es dir sonst gerade geht.

Für das nächste Mal hilft es zu wissen, dass es in diesen vier Sekunden keine richtige Reaktion gibt. Rausgehen ist in Ordnung. Grüßen ist in Ordnung. Dastehen und zuhören, bis er weg ist, ist es auch. Wer sich vorher vornimmt, souverän zu wirken, hat hinterher nur einen Punkt mehr, an dem er sich selbst durchfallen lassen kann.

Länger als die Begegnung dauert sowieso das, was danach im Kopf läuft. Das hört meistens dann auf, wenn du dir sagst, wie es gelaufen ist, statt immer wieder zu prüfen, wie es hätte laufen sollen. Es ist gelaufen wie es gelaufen ist, und morgen weiß außer dir keiner mehr davon.

Ich bin Alex. Tiefen Liebeskummer und eine toxische Trennung hab ich selbst hinter mir. Daraus ist der Wellenbrecher entstanden.

Vierzehn Tage, und du bist wieder da. Eine Mail am Morgen, mit einem Audio und einem Schritt für den Tag.

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