Erste Schritte

Nach der Trennung fehlte mir die Kraft zum Aufräumen

Nach der Trennung fehlte mir die Kraft zum Aufräumen

Nach meiner Trennung 2021 stand der Staubsauger zwei Monate im Flur. Mit zwei Katzen in der Wohnung. Ich bin jeden Tag dran vorbeigelaufen und hab jeden Tag gedacht, morgen.

Rasieren genauso. Und ich hab's gesehen, das ist der Punkt. Die Haare auf dem Teppich, jeden Tag, und es war mir egal. Zu anstrengend.

Von außen war ich damals faul. Innen war einfach kein Rest mehr da, den ich für so was hätte einsetzen können.

Dazu kommt was, worüber selten jemand redet. Wenn niemand mehr in der Wohnung ist, sieht auch niemand mehr, wie sie aussieht. Solange man zu zweit lebt, macht man vieles, weil der andere es sonst sieht. Fällt der weg, fällt auch der Grund weg, und was übrig bleibt, muss ganz allein von dir kommen. Genau davon war bei mir nichts mehr da.

Und je länger es so lief, desto größer wurde die Sache. Nach zwei Wochen wäre das eine halbe Stunde gewesen. Nach zwei Monaten war es ein ganzer Tag Arbeit, und allein der Gedanke daran hat gereicht, um es wieder zu verschieben. So wächst das von selbst.

Was das aufgebrochen hat, war ein Glas Wasser. Das Erste, was wieder jeden Tag gleich war. Und nach ein paar Wochen habe ich verstanden, warum ausgerechnet das funktioniert hat.

Trink ein Glas Wasser.