Kopf und Körper nach der Trennung
Nach der Trennung nochmal miteinander schlafen

Es passiert fast nie geplant. Meistens fängt der Tag harmlos an, mit den letzten Kartons und einer Frage wegen der Kaution. Der Schlüssel liegt schon auf der Anrichte, es ist offiziell alles geklärt. Und dann redet ihr, es ist seltsam vertraut, und die Distanz von sechs Wochen ist in zehn Minuten weg.
Danach liegt ihr da wie früher. Nur dass beide an die Decke schauen und keiner etwas sagt.
Der Grund dafür liegt tiefer als Verlangen. Jahrelang war das der Mensch, neben dem du eingeschlafen bist, dessen Atem du im Dunkeln gehört hast, der genau wusste, wie du morgens drauf bist. Für eine Stunde stimmt das alles wieder. Das ist der Sog, und er ist stärker als jeder Vorsatz, den man sich vorher gemacht hat. Es geht dabei kaum um Sex, es geht um die kurze Rückkehr in ein Leben, das eben noch deins war.
Und der nächste Morgen wird lang. Das ist eine der Stellen, an denen ein Tag sich zieht, ohne dass etwas Besonderes passiert.
Was danach kommt, überrascht die meisten trotzdem. Der Abstand, den du dir über Wochen aufgebaut hast, ist am Morgen nicht mehr da. Die Gedanken fangen wieder von vorn an, das Handy liegt wieder griffbereit, und das Warten auf eine Nachricht geht wieder los. Wer weiß, was der Körper in den Wochen davor durchgemacht hat, versteht auch, warum eine einzige Nacht das komplett zurückdreht.
Für den Kopf ist es eine Nacht gewesen. Für den Rest fängt der Abschied wieder bei Tag eins an.
Sechs Wochen für eine Stunde.
Ich bin Alex. Tiefen Liebeskummer und eine toxische Trennung hab ich selbst hinter mir. Daraus ist der Wellenbrecher entstanden. Vierzehn Tage, jeden Morgen eine Mail mit einem Audio und einem Schritt für den Tag. Tag eins fängt mit einem Glas Wasser an. Kostenfrei.