Warum ich mich nach der Trennung einmal fotografiert habe (Tag 1)

Am ersten Tag geht es um ein Foto. Ein ganz normales Selfie, ohne Filter, ohne den Versuch, gut oder stark auszusehen. Verheulte Augen und ungewaschene Haare dürfen drauf sein, das Bild sieht sowieso nie jemand außer dir.
Der Grund dahinter ist simpel. Mitten im Liebeskummer fehlt jeder Vergleichspunkt. In vier Wochen weißt du nicht mehr, wie dieser eine Tag wirklich war, weil der Kopf das Bild von damals längst überschrieben hat. Das Foto hält den Startpunkt fest, an dem du gerade stehst.
Zuerst den Zettel gelesen und das Wasser getrunken. Dann die Audio zu Tag 1 gehört. Für mich war das Foto ein Klick, kein Thema mehr. Aber ich erinner mich noch genau, wie anders das früher war. Ich war der introvertierte Typ und hab nie Selfies von mir geschossen. Ein normales Selfie war schon richtig unangenehm für mich, eins mit fertigem Gesicht erst recht.
Genau deshalb find ich diesen Schritt heute nochmal wichtig, auch wenn er bei mir keine Überwindung mehr kostet. Das Bild bleibt bei mir. Das ist mein Startpunkt für diesen zweiten Anlauf.
Trink ein Glas Wasser.