Was von mir nach der Trennung übrig geblieben ist (Tag 3)

Nach einer Trennung fühlt es sich morgens oft so an, als wäre das ganze Leben weg. Weggebrochen ist eine Vorstellung von der Zukunft, ein Plan für die nächsten Jahre. Das tut wahnsinnig weh, und es ist trotzdem etwas anderes als alles.
Der Schritt an Tag drei ist deshalb eine einzige Zeile im Logbuch. Eine Sache, die sich durch diese Trennung überhaupt nicht verändert hat. Etwas, das dich ausmacht. Ein fester Fakt über dich, den du aufschlagen kannst, wenn der Kopf dir abends wieder erzählt, es sei nichts mehr da.
Logbuch aufgeschlagen, Datum drüber, und dann saß ich erstmal eine Weile davor. Damals stand an dieser Stelle Videospiele, weil Zocken jahrelang meine Leidenschaft war und einfach ein Teil von mir. Dass ich auch daran irgendwann den Spaß verliere, hab ich damals nicht kommen sehen. Trotzdem war die Zeile richtig, sie hat mich durch die Wochen getragen, in denen ich zu mir selbst nichts sagen konnte, und mehr sollte sie nie.
Heute steht da, dass von dem Alex von damals nichts mehr übrig ist. Der war introvertiert und zurückhaltend, und der hätte sich niemals gefilmt und das ins Internet gestellt.
Trink ein Glas Wasser.