Kopf und Körper

Warum du nach der Trennung jede Nachricht dreimal löschst

Du sitzt da mit dem Handy. Tippst was. Löschst es. Tippst was anderes. Löschst das auch.

Vorher hast du die letzte Nachricht der anderen Seite noch dreimal gelesen. Nach dem Ton. War das kühl gemeint oder nur kurz? Steht da ein Punkt am Ende, wo sonst keiner stand?

Am Ende schickst du "Bin gerade unterwegs, melde mich später" oder "Alles klar bei dir?". Sachen, die mit dem, was du eigentlich sagen wolltest, nichts zu tun haben. Und dann wartest du noch zwanzig Minuten mit dem Senden, damit es nicht aussieht, als hättest du daneben gesessen.

Dein Kopf versucht, Kontrolle über etwas zu behalten, das längst nicht mehr in deiner Hand liegt. Er glaubt, es gäbe die eine Formulierung, die alles nochmal dreht. Zu freundlich wirkt bedürftig, zu kühl wirkt endgültig, also suchst du weiter nach der Mitte, die es nicht gibt.

Das Zerdenken kommt nicht daher, dass du unsicher bist. Es kommt daher, dass gerade wirklich alles offen ist und der Kopf das kaum aushält. Er sucht sich die eine Stellschraube, an der er noch drehen kann. Das ist das Wort.

Jedes Wort wird zu einer Entscheidung, die sich riesig anfühlt. Dabei entscheidet ein Wort gar nichts. Die Beziehung ist an keinem einzelnen Wort zerbrochen, und sie kommt auch durch keins zurück.

Trink ein Glas Wasser.